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Griechische Landschildkröte

Landschildkröte

Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist eine von drei im europäischen Teil des Mittelmeerraumes beheimateten Landschildkrötenarten der Gattung Testudo und kommt in zwei Unterarten vor (Testudo hermanni hermanni und Testudo hermanni boettgeri). Griechische Landschildkröten sind überwiegend herbivore, tagaktive Reptilien, die ein dem Menschen vergleichbar hohes Alter erreichen können. Die Zerstörung ihrer angestammten Lebensräume und ihre Beliebtheit als Haustier haben den Wildtierbestand inzwischen stark gefährdet und Schutzmaßnahmen für ihren langfristigen Erhalt unabdingbar werden lassen.



Nahrung

Aufgenommen wird eine Vielzahl von ein- und mehrjährigen Pflanzen aus einem breiten Spektrum von Pflanzenfamilien. Nahrungsvorlieben sind dabei deutlich feststellbar. So machten bei einer Untersuchung in Korsika nur neun Pflanzenarten den Hauptnahrungsanteil von 62 Prozent aus. Das sind, in der Reihenfolge der Beliebtheit, Vertreter von Korbblütlern (Asteraceae), Hülsenfrüchtlern (Fabaceae), Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae), Aronstabgewächsen (Araceae), Glockenblumengewächsen (Campanulaceae), Windengewächsen (Convolvulaceae) und Rötegewächsen (Rubiaceae). Überwiegend (ca. 70 %) werden die Blätter der Pflanzen gefressen, aber auch Blüten, Früchte und in geringem Maße Stängel. Darüber hinaus wurden die Tiere beim Aufnehmen von Wirbellosen (z. B. Gehäuseschnecken und kleineren Nacktschnecken), Aas und Kot von Wirbeltieren, kleinen Steinchen und dem Eidotter und Eiweiß zerborstener Vogeleier beobachtet. Aromatisch duftende Pflanzen wie Lavendel und Thymian werden nicht gefressen.



Haltung

Zur artgerechten Haltung benötigt man ein großes, sonniges Freigehege mit Schatten- und Versteckplätzen sowie ein Schutzhaus.[12] Ausreichender Schutz vor Fressfeinden (z.B. Marder, Waschbär, Ratte, Greifvogel, Hund) ist sicherzustellen. Von Terrarienhaltung ist, wie bei allen anderen europäischen Landschildkröten, aufgrund von Platzmangel und Fehlen von natürlichem Sonnenlicht, Regen und Wind abzuraten. Griechische Landschildkröten ernähren sich im natürlichen Habitat hauptsächlich von wild wachsendem Grünfutter. Daran sollte sich die Ernährung in menschlicher Obhut orientieren. Sie soll (sparsam) mit rohfaserreichen Wiesenkräutern, zum Beispiel Löwenzahn und Gänsedistel (Asteraceae), Klee, Luzerne und Vogelwicke (Fabaceae), Acker- oder Zaunwinde (Convolvulaceae), Wegerich und vielen weiteren Wildkräutern erfolgen.[13][14] Für täglich frisches Trinkwasser und ausreichende Kalkzufuhr für ein gesundes Panzerwachstum ist ebenfalls zu sorgen, etwa durch gestoßene Eierschalen, Sepiaschalen oder Muschelgrit (zerstoßene Muschelschale). Dennert empfiehlt ein Kalzium/Phosphor-Verhältnis von etwa 1,5:1.[15] Nicht grundlegend, sondern höchstens gelegentlich gefüttert werden sollten alle tierischen Produkte, Obst, Gemüse und kommerzielles Schildkrötenfutter. Deren meist zu hoher Nährstoffgehalt und ihre unnatürliche - gar ungeeignete - Zusammensetzung können in Gefangenschaft zu lebensbedrohlichen Stoffwechsel- und Knochenerkrankungen führen. Die Winterstarre sollte bei T. h. boettgeri drei bis fünf Monate im Jahr betragen, bei T. h. hermanni drei Monate. Die Tiere überwintern bei 4 bis 6 °C (eventuell in einem separaten Kühlschrank) in leicht feuchtem Substrat eingegraben.[16] Zu trockene Überwinterung und Temperaturen über 8 °C zehren die Tiere aus und können Vergiftungserscheinungen wegen fehlender Ausscheidung zur Folge haben. Bei Temperaturen unter 2 °C könnten die Tiere erfrieren, außerdem besteht die Gefahr, dass Frostschäden am Rückenpanzer (Carapax) entstehen. Jährlich sollte eine tierärztliche Kontrolle auf Parasiten und den allgemeinen Gesundheitszustand erfolgen.